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Wie kann man es vergleichen? - Probleme mit Klassifikationen
Schlagworte wie "Kappa Koeffizient", "intra-observer variability" und "inter-observer variability" sind gut bekannt in der Traumawelt und bei den Statistikern. Klassifikationen werden immer komplizierter, und auch wenn diese Tendenz verständlich ist, alles korrekt einzuteilen und Therapie und Prognosen vergleichbar zu machen, hat diese Entwicklung eine Kehrseite die heisst: "Kappa Koeffizient", "intra-observer variability" und "inter-observer variability". Viele Studien konnten nachweisen, das eine akzeptable Übereinstimmung zwischen Untersuchern (Kappa Wert) nur bei einfachen Klassifikationen zu erzielen ist, und das heisst, 2 oder 3 Typen. Das heisst zum Beispiel, wenn man bei distalen Radiusfrakturen nur extra- und intraartikuläre Frakturen unterscheidet, betrug der Kappa Wert 0,6 - 0,87. Das führt natürlich die AO-Klassifikation mit 27 Gruppen ad absurdum. Nutzt man sie aber bei distalen Radiusfrakturen, beträgt der Kappa Wert 0,17 - 0,4 [1] und macht somit jeden Vergleich "schwierig". Andere Werte können hier noch schnell erwähnt werden: Garden Klassifikation - bester Wert 0,47, AO 43 Frakturen hatten 0,6 für Frakturtypen, aber nur 0,38 für Frakturgruppen, ähnliche Werte gibt es in vielen Studien an unterschiedlichsten Lokalisationen. Somit bleiben müssen die Forderungen an einen idealen Score ergänzt werden: Die "inter-observer variability" sollte nicht zu klein sein, empfohlen wird größer als 0,55 [2].
[1] Flikkila T, Nikkola-Sihto A, Kaarela O, Paakko E, Raatikainen T. Poor interobserver reliability of AO classification of fractures of the distal radius. Additional computed tomography is of minor value. J Bone Joint Surg Br 1998; 80(4):670-672.
[2] Sanders W. The Problem with Apples and Oranges. J Orthop Trauma 1997, 11(7):465-466 | Die ideale Klassifikation | |
Wenn es darum geht, die Anforderungen an eine ideale Klassifikation zu definieren, kann man bestimmt verschiedene Voraussetzungen definieren. Die Klassifikation sollte aber folgenden Punkten genügen:
Eine verlässliche, präzisise Sprache und Beschreibung, die es allen möglich macht, die entsprechende Pathologie zu visualisieren, ohne den Original Befund gesehen zu haben.
Sie sollte Empfehlungen für die Therapie geben, die Wahrscheinlichkeit von mögliche Komplikationen prognostizieren und eine Gesamtprognose geben können. Ohne klinische Relevanz besteht kein Anlass, Frakturen weiter zu unterteilen.
Die Resultate der Behandlung müssen auf Grundlage dieser Klassifikation einfach erhoben werden können und zu vergleichen sein.
Und sie sollte natürlich einen hohen Kappa-Wert haben, siehe oben |
| Welche Sprache? | |
Die Entscheidung, in welcher Sprache die Traumascores auf dieser Seite reproduziert werden sollten, fällt uns sehr schwer. Zur Zeit entpricht die Sprache der einzelnen Traumascores fast immer der Sprache der Originalpublikation. Wir wissen um die Schwierigkeiten der Übersetzung, so können wir nicht die von einigen Autoren (z.B. DASH Score) geforderten Standards (z.B. zwei professionelle Übersetzer in jede Richtung) erfüllen. Werden die Traumascores aber in der Originalsprache reproduziert und dann genutzt, müssen sie dann von den Nutzern übersetzt werden (für z.B. Patientenfragebögen oder für die Kommunikation mit Kollegen) und das bedeutet im ungünstigsten Fall eine individuelle und damit heterogene Übersetzung.
In diesem Punkt sind wir außerordentlich an Ihrer Meinung interessiert. | |