Klassifizierung des Weichteilschadens nach Tscherne und Oestern

Anwendung

allgemein, Weichteilschaden

geschlossene Frakturen
(Grad 0-III)
 
Grad 0fehlende oder unbedeutende Weichteilverletzung, indirekter Verletzungsmechanismus, einfache Frakturformen (z.B. Unterschenkelfraktur des Skifahrers)
Grad Ioberflächliche Schürfung oder Kontusion durch Fragmentdruck von innen, einfache bis mittelschwere Frakturform (z.B. OSG-Luxationsfraktur)
Grad IItiefe kontaminierte Schürfung sowie Haut- oder Muskelkontusion durch direkte Krafteinwirkung, drohendes Kompartmentsyndrom mit mittelschweren bis schwere Frakturformen (z.B. Zweietagenfraktur der Tibia bei Stoßstangenanprall)
Grad IIIausgedehnte Hautkontusion, -quetschung oder Zerstörung des Muskulatur, subkutanes Décollement, manifestes Kompartmentsyndrom, Verletzung eines Hauptgefäßes, schwere Frakturformen (z.B. Trümmerfraktur)
  
offene Frakturen
(Grad I-IV)
 
Grad IDurchspießung der Haut, unbedeutende Kontamination, einfache Frakturformen
Grad IIDurchtrennung der Haut, umschreibene Haut- und Weichteilkoion, mittelschwere Kontamination, alle Frakturformen
Grad IIIausgedehnte Weichteildestruktion, häufig Gefäß- und Nervenverletzungen, starke Wundkontamination, ausgedehnte Knochenzertrümmerung (z.B. Schußbruch, offene Frakturen mit Gefäßverletzungen der großen Extremitätenarterien)
Grad IVtotale und subtotale Amputation, Durchtrennung der wichtigsten anatomischen Strukturen, vollständige Ischämie